Montag, 13. Mai 2019

Atlantische Sahara

Oh, ist das heiß hier. Ist ja auch die Sahara und bei ca. 45 Grad Hitze zu fahren, treibt einem das Wasser in die plastene Schutzkleidung. Wie Sturzbäche in einem Wadi rast der Schweiß die Falten hinunter.
Aus dem schönen Ort Tafraoute führt uns die R 107 hinaus. Es gibt Künstler, die verpacken Küsten oder Häuser und es gibt Künstler*innen die haben die Idee,
Das Blau könnte mit den Berber
In Verbindung gebracht werden

Felsen und Felsflächen blau, gelb und rot zu bemalen. Worauf die so kommen! Es sieht schon interessant aus. Weiter geht es eine landschaftlich schöne Straße durch die Äusläufer des alten Gebirges. Schmal windet sie sich Abhänge hinauf, an den Rändern ausgefranst und schotterig oder sie durchschneidet gut geheizte Hochebenen. Das geschichtete und von Urgewalten zu den Wolken gedrückte Granitgesteins, zeigt seine alte Entstehung an den weiten Hängen.  Zwischen den Geröllrutschen an den Hängen zeigen sich geschwungene oder gerade Linien härterer Schichten in dunkleren Braun, manchmal auch ganz hellem Ocker. Die Weiten sind mit rotgrauen kleinen und großen Steinen bedeckt. Dazwischen das trockene Gehölz und die schattenspendenden Akazien. Richtung Assa sengt uns die Sonne die Moppedklamotten. Unter einem Kameldornbaum suchen wir Schatten. Kudret hat Pulverkaffee Beutelchen und ich das ca. 45 Grad heiße Wasser. Mit einem Stück trockenem Weisbrotfladen ist das ein Genuss. Wie ein Sonntagskuchen. Die kurze Dösung bringt wieder Schwung in den heißen Körper. Es kann weiter gehen.

Hier auf den steppenähnlichen Flächen weideten schon zu Jesus Zeiten Ziegenherden oder zupften Dromedare Blätter von den Bäumen. Verkehrszeichen weißen auf die Tiere hin. Zeigt sich eine Herde im flimmernden Licht des Asphalts fahren wir langsam an die schwarz gelockten Tiere heran. So passiert auch nichts, als ein kleines Jungtier kurz vor Klausens Reifen über die Straße springt.

In den Dörfern ist nichts los. Alle Einwohner*innen haben sich zur Ramadan Ruhe zurückgezogen. Als wir in Assa auf der N 12, einfahren wirbelt der heiße Wind einen Wellpappendeckel durch die Luft, rosane und gelbe Kunststofftütenreste drehen sich zum Spiel der Staubwolken. Hier in Assa steht über einer Ladenzeile einer Straßenecke "Hotel". Es sieht so trostlos, wie in einem alten Westernfilm aus. Kudret, der Netzaffine, findet noch ein weiteres Hotel am Rande der Stadt. Für diesen Ort ist das ein Prachtbau. Alles verschlossen. Die in einem parkenden Auto sitzenden jungen Leute geben uns zu verstehen, dass man ordentlich klopfen muss, um den Rezeptionisten zu wecken. Nach dem wir schon aufgegeben und im Netz nach weiteren Möglichkeiten geschaut hatten, rasselt es an der Eingangstür. Ein junger Mann hat sich im Hotel am Rande der Sahara auf den Weg gemacht, Fremdlingen Einlaß zu gewähren. Wir feilschen um den Preis, erringen wieder eine Tajine Pollo mit Brot und Cola und ein Frühstück.
Jungendliche fahren los und kaufen für unser Mahl ein.  Trotz der abendlichen Hitze dauert es ewig, ehe das Huhn durch ist und serviert wird. Marokkanischer Salat und Huhn, Anflüge von Darmbeschwerden schwängern die Phantasie - sie traten nicht ein.

Wir fahren zeitig zu unserem Umkehrpunkt El Ouatia am Atlantik (erst N 12 später N 1). Es ist so heiß, dass sich nur die Dromedare auf der Ebene bewegen. Drei Esel stehen im Schatten einer breitkronigen Akazie und wackeln mit den langen Ohren. Schwarze Ziegen sind im hitzigen Gelände kaum zu erkennen. Das rote Braun ist von der heißen Luft stumpf gemacht worden. Erstaunlich, wir durchfahren eine Ebene in der Palmenwedel vom Wind bewegt werden und sich Strohballen von der Weizenernte stapeln. Eine sehr große bäuerliche Landwirtschaft wird durch unterirdisches Wasser begünstigt.

Unsere Wasservorräte ergänzen wir in einem kleinen Laden. Der Verkäufer nimmt es mit dem Ramadan nicht so genau. Sein linker Arm ist über dem Handgelenk gebrochen. Geschwollen und krumm ruht sein Unterarm in einer Schiene, die mit schmutzigen Verbandsmull gepolstert ist. Hier möchte man nicht malade sein. Seine Augen blicken trotzdem freundlich.
Je näher wir dem Atlantik kommen, um so frischer wird die Luft und damit die Temperaturen. Klaus überlegt, ob er noch seine zweite lange Unterhose anziehen soll. Da es aber nur noch 100 km bis zum Ziel sind fährt er bibbernd durch.

Wir finden, weil keine Saison mehr ist, gleich ein kleines Hotel. Der Empfangschef  hatte uns bereits auf der Straße abgefangen und sein Haus gepriesen. Preis und Leistung stimmen, wir bleiben.

Im Januar stand ich auf der anderen Seite und suchte mit meinen Blicken Afrika. Heute schaue ich umgekehrt nach Feuerland und Patagonien. Die Blicke werden sich nicht begegnen. Wahrscheinlich fliegen sie immer noch mit Lichtgeschwindigkeit über dem  Atlantik an einander vorbei. Irgendwann wird sie ein schwarzes Loch eingefangen. Trotz der Reste südpolarer Meeresströmungen, die sich in der langen Bucht auf den Strand wälzen, stürzen wir uns in die schmächtigen Wellen. Eine gute Erfrischung. Kinder und Jugendliche surfen auf schmalen Brettern oder kicken geschickt Bälle zueinander. Mädchen sind nicht zu sehen. Im Vergleich zu den vorangegangenen Abenden, ist dieser richtig frisch. Eine Jacke muss her. Beachtlich auch, dass wir hier Bier bekommen. Wegen des religiösen Festes müssen Klaus und ich uns das Bier selbst aus dem Kühlschrank geben. Prost.





Samstag, 11. Mai 2019

Safran aus dem Agadir

Eine Hochebene, sie leidet unter Wassermangel. Der Tau der frühen Stunde, netzt die gegerbten Blätter der harten Gehölze, die sich in den staubig trockenen Grund graben. Es reicht für den Tag. Vom hitzigen Sonnenlicht wird der weiten Fläche ein Schleier übergeworfen. Jede   Farbe genommen. Ein Gewirk, das alles in stumpfes Oliv setzt. Die uralten Berge des Antialtlas freuen sich auf Stunden, in denen ihnen das Licht Falten und freundliche Spitzen gibt. Selten können Pflanzen in Senken Feuchtigkeit aus dem karstigen Boden saugen. Das Stumpfe belebt sich und gibt freudiges Grün Preis.

Kudret hat für Kultur vorgesorgt. Punkte von besonderem Interesse sind auf seinem Navi gespeichert. In liebevoller Vorarbeit hat er Abstecher für Besichtigungen aus dem Internet runtergeladen. In den rotbraunen Abhang einer steilen Hügelkante sind geduckte Häusermauern und Absätze gearbeitet. Es könnte ein Agadir sein, der oberhalb eines Ortes liegt.
Neben den Straßen durch die weiten oder engeren Teile des Antialtlas trocknen die Wege der Flüsse oder Bäche dahin. Geht der Winter ins Frühjahr über, wandelt sich der Schnee zu reißendem Wasser. Wilde Strudel nehmen alles mit, was sich  greifen lässt. Die Mandelbäume sollen es zuerst spüren. Ihre Blütenpracht sei unermesslich. Sobald die Wasser verklungen sind, singen nur noch die alten Linder vom jungen Wachstum.
Zum Dorf führt der ausgewaschene Lehmweg durch ein Wadi. Die Wasserpassage ist betoniert worden, ein gewisser Wohlstand. Braune Pfützen zeugen vom wilden Wasser. Die holprige Dorfgasse, an manchen Stellen mit Schotter geebnet lässt gerade einen Esel mit dicken Säcken an jeder Seite passieren. Gut, dass wir keine Esel sind. Wir parken auf dem Dorfplatz, weiter geht es nicht mit unseren Moppeds. Eine, zwei, drei sind die Dorfkinder,klein und gross da. Sie blicken neugierig und freundlich
Die älter Manner, die im Schatten der Hausmauer lehnen sprechen mit uns. Um die Ecke sitzen die Frauen. Klaus erzählt mit ihnen
über alte Zeiten. Sie lachen und winken mit den Händen. Zwei gang hübsche Mädchen um zehn Jahre probieren ihr erlerntes Französisch. Sie wollen uns den Weg zum Agadir zeigen. Wer passt auf die Vehikel auf? Die Mädchen bestimmen einen größeren Jungen. Er nickt zuversichtlich stolz. Zwei von den kleinen dukeläugigen Buben nehmen mich bei der Hand und so zieht die Karawane davon. Der Dorfvorsteher ist inzwischen informiert. Vom Dorfrand an, schlängelt sich der Weg durch die Mandelhaine. Ihre Kronen spenden dem Weizen und dem Hafer Schatten. Die Halme sind gelb, die Ernte steht bevor. Die Kinder sind begeisterte Führer. Wir sind bestimmt nicht die Ersten. Der Eingang zum Schutzhaus ist verschlossen. Ifraim wird kommen und aufschließen, ergibt sich aus dem Gespräch mit den beiden Mädchen.

Ifrahim schließt auf. Ein freundlicher junger Mann um 35 Jahre. Er sei der Dorfvorsteher. Mit sechs Männern aus dem Dorf, die ihren Broterwerb noch nicht weit in den Norden verlegt haben, restauriet er die zerfallenen Reste. So geben sie der Wehrstatt ihrer Väter, wieder ein stattliches Aussehen. Als er den Schlüssel im  Schloss umdreht, nennen uns die Kinder den Eintrittspreis. In das weiche lehmbraune Gestein schlugen kräftige Arme tiefe Höhlen. Steile Treppen und Hozleitern überbrücken Absätze.

 Immer wieder lassen niedere Kriechtüren umschlossene Räume ahnen. Einige Aufstiege sind nötig, ehe wir in einem dunklen Felsendom stehen. Die Lampe des Handys lässt die Weite ahnen. Schmale Treppen, in Baumstämme gehauene Leitern führen an den Wänden zu den kleinen Zimmertüren. Alle sind verschlossen. Dicke Einsteckschlüssel seien nötig, um Zugang zu bekommen. Die Berber sicherten hier ihr Korn und anderes Hab und Gut. Nicht so leicht einnehmbar und einem fremden Eindringling, der seinen Kopf durch den kleinen Türstock brachte, drohte die Kürzung seines Körpers. Die Deckenkonstruktion der restaurierten Häuser erinnert an hessische Lehmfachwerkbauten. Hier hat Eukalyptus- und wenn vorhanden, Arganholz die Tragkonstruktion übernommen. Obenauf ist jetzt ein Gemisch aus Lehm, Stroh und Kieselsteinen gestampft. Die letzteren sind der gerundete Rest des Granitgesteins. Ein Turmfalke (?) gleitet über das Anwesen und nimmt seinen Aussichtsplatz ein.

Am Tor warten die Kinder und begleiten uns zurück. Ismael zeigt auf die uralten Arganbäume. Sie tragen gelbe Früchte, kleinen Zitronen ähnlich. Innen sitzt ein Kern wie eine Mandel. Die Ziegen fressen es gern. Die Menschen pressen Öl daraus und verschönern ihre Haut. Ismael ist aber noch nicht am Ende seiner Verdienstmöglichkeiten. Im November wachsen auf den Hochflächen  violetfarbene Crocusse. Die Frauen würden in gebeugter Haltung auf den Bergwiesen die teuren Narben der Blumen sammeln. Er könne uns ganz frischen Safran verkaufen. Seine Familie hat eifrig gesammelt. Die getrockneten Fäden duften gut. Mit seiner elektrischen Waage, in die er die Batterien einlegt, wiegt er uns grammweise den edlen Aromastoff ab. Alle sind zufrieden.
Mit den Dorfkindern finden wir unseren Parkplatz. Die Bewacher waren fleißig. Alles ist an seinem Platz. Die Frauen lachen und werfen ganz gewagt einen Handkuss durch die Luft. Eine schmale dunkel gekleidete Frau hat einen toten Hahn in ihrer Hand zu hängen. Der einst so stolze  Hahn, der noch  am Morgen dick aufgeplustert duch seine Scharr stolzierte, zeigt uns nur noch seinen mageren Balg. Hoffentlich ist die Familie nicht zu groß.

Die Kinder bekommen einen Obolus für ihre Bewachung und Begleitung. So haben alle etwas. Die Rückfahrt auf dem engen Dorfsteig und durch den Trockenfluss

ist wieder spannend. Die Biene fährt überall durch. Auf dem Asphalt geht es weiter über eine wunderbare Bergstraße unserem Ziel entgegen.


Donnerstag, 9. Mai 2019

Schiefe Tage

Rosenfest, die Einwohner des "Tales der Kasbah's" feiern es. Sie haben aus der Not eine Tugend gemacht. Rosenblätter, Rosenwasser, Rosenöl und ganz schöne Sachen, die man aus den wunderbaren Blumen zubereiten kann, verkaufen sie weit über ihr Tal hinaus.

Auf dem Weg dorthin, versuchen wir noch das (glaube ich) gröste Sonnenkraftwerk der Welt zu besichtigen. Von weitem sieht man den Mast (sieht aus wie ein Fernsehturm mit Glühstrumpf, Kudret), an dessen Spitze das gebündelte Sonnenlicht die Energie von 500 MW Strom erzeugt. Die Anlage ist gut gesichert. Wir konnten nur von außen schauen. Es ist beeindruckend, wie die Sonne auf Umwegen Strom spendet.

Wir also weiter durch den heißen Mittag. In den kleinen Städtchen türmten sich immer wieder diese wunderbar anzuschauenden Kasbahs zwischen den anderen Häusern hervor. Manche zeigten sich arg verfallen. Der braune Lehm geht wieder zur Erde zurück, nach dem er Schutz geboten hat und den Sternen ein wenig Nähe war.  Die gut erhaltenen und gepflegten zeigen sich im Glanz ihrer alten Art. Muster verschönern den Anblick, Zinnen gestalten die Dachkanten. Die Farbe gibt einen bodenständigen Stolz.
Im Fluss waschen Frauen Wäsche. Ein romantischer Anblick. Wie einfach ist doch unsere Waschmaschine. Im Ort der Rosen fanden wir das Hotel nicht. Selbst Einheimischen gelang es nicht, den Weg zu erkunden. Was viel enttäuschender war: Wegen des Ramadan hatte man das Fest vorverlegt, wir waren zu spät. So ein blödes Internet, es hätte uns ruhig eine aktuelle Information geben können - oder wer auch immer.
Auf dem Hinterreifen kehrt und weiter nach Süden.
Im Gastraum tobt aus dem Großbil-TV der Kommentar des Fussballspiels Chiele gegen Frankreich. In der Gebetsniesche sind Tropische gelegt und man geht der Huldigung Allahs nach. Er liebt offensichtlich auch Fußball.
Klaus und mein Navi beschrieben eine Strecke durch ein Gebirge. Sie sollte schotterfrei sein. Nach gut sechs km erwies sich das als eine Fehlinformation. Wir wieder zurück und auf die Nationalstraße. Die fuhr sich dann ganz schön. Im Ziel erkundeten wir drei Hotels. In den letzten hatten wir nachts kleine Gäste, die ihre  Spuren an unseren Fußgelenken hinterließen. Das muss nicht jede Nacht sein. Wir nahmen das Beste und teuerste am Platz. Incl. Frühstück, Dinner und Motorradgarage 60 € für alle. Wenigsten das hat geklappt.

Lehm ein wunderbarer Baustoff

Wieder Richtung Atlas
Mit dem Hotel hatten wir Glück. Alles war gut, besonders die Lage im Palmenhain. Mit einem guten Frühstück im Bauch fuhren wir die N 9 nach Ouarzazate im Hohen Atlas. Es ging den Dades flussaufwärts.

 Erstaunlich, wie grün und fruchtbar unterirdisches Wasser die Landschaft gestaltet. Bergformationen, die aussehen als seien Schichten von wärmer Schokolade übereinander gegossen worden.

Es verwittert und gibt der Wüste staubige Nahrung. Zum Mittag ist die Luft so aufgeheizt, dass kleine Staubwirbel sich wie tanzende Derwische in die Luft erheben. Das Moppedfahren wird dann anstrengend. Energische Lenkbewegungen verhindern, dass man auf die Gegenfahrbahn gedrückt wird.
In der Kasbah Tiffoultoute finden wir schnell ein Hotel. Wir hängen ein wenig ab, Ehe wir zur Besichtigung der Lehmburg aufbrechen. Ursprünglich waren es freistehende Sippenburgen. Es ging um die Verteidigung des Leben spendenden Wassers. 


Wehrtürme überragen die Häuser. Alles ist aus gestampftem Lehm, dem  Steine und Stroh beigemengt würden gefertigt. In den Räumen ist es angenehm kühl. Das Baumaterial erhält man um die Ecke, es kostet nichts. Wenn es verfällt, Bedarfs es keiner aufwendigen Abfallbeseitigung. Es vergeht wie das Leben. Erinnerungssteine werden zu Haufen und bald ist Gras oder besser noch eine Palme darauf gewachsen.  Heftige Regenfälle können bereits angegriffenen Flächen schaden. Der Erhaltungsaufwand ist groß. Diese Kasbah ist Weltkulturerbe und wird restauriert.

Morgen reisen wir zum Start des alljährlichen Rosenfestes nach El Kelaam M'Gouna.
Klaus muss getröstet werden, weil sein Mopped immer mal wieder ausgeht.

Das Laden der Bilder daert wieder so lange, dass ich Ursachenforschung betreiben muss.

Dienstag, 7. Mai 2019

Sieg der Vernunft oder des Alters!?


Die gestrige Kameltour

Der gut geschäftsorientierte Wirte klopfte früh in der Dämmerung an die Scheibe:" Sonnenaufgang!" Klaus erschrak und sprang aus dem Bett, ich hinterher. So bekamen wir eine Ahnung von einem Wüstenrot am Morgen.
Sonnenaufgang
Kaum waren die letzten Bilder geknipst, stand das Frühstück auf dem Tisch. Es war so karg wie der Wüstensand.

Bereits auf dem Schiff wurde erzählt, dass die auf der Karte als Piste gezeichnete Verbindung gen Süden, zu fahren sei. Ein kleines Stückchen Sande würde die Freude trüben. Wir wollten die Piste. Der Wirt riet ab. Die Moppeds zu schwer, die Strecke zu gefährlich. Er bot den Gepäcktransport und seine Begleitung als Fährtensucher für Schlappe 500€ an. Wir nehmen keine Schnäppchen und fahren los. In Taouz wurden wir gleich am Ortseingang abgefangen. Wieder wurde uns eine schlechte Fahrt in Aussicht gestellt. Zu viele Sandverwehungen, die unbedingt zum Steckenbleiben führen würden. Man schlug uns eine andere Strecke vor, mit einem Vorfahrer. 100 €. Klaus und mir war die Begleitung 60 € wert, Kudret wollte eher gar nicht fahren. Wir einigten uns auf eine  Blick in die Einstiegsstraße. Also aus dem Wüstendorf raus und auf die Piste. An der ersten kleinen Steigung der schottrigen Straße hatte der Wind reichlich
So sah der zivile Anfang des Weges aus, an dem wir
umkehrten
 Sand in die Fahrspuren geweht. Die Sonne brannte und der heiße Wind trieb Wasser aus dem Körper. Diskussion sollen wir oder sollen wir nicht. Klaus war auf Abenteuer aus, ich auch ( so mehr oder weniger) Kudret wollte sich das nicht antun. Ein bisschen tobte in mir die Vernunft: gestern hatte ich mich im Sand festgefahren und es war schwierig wieder raus zu kommen. Sollte es mir mehrmals passieren, ich hätte keinen Spaß und sicher war auch, dass ich dass Moppeds ablegen würde. In meinem Alter sollten die Abenteuer überschaubar sein.
Wir kehrten nach eingehender Diskussion um. Klaus war traurig (wobei, er schloss seinen Frieden mit der Entscheidung, denn Sand ist auch nicht unbedingt seine Stärke) Kudret froh und ich froh gemischt (Alter Sack und so...). Wir fahren so, dass immer Respekt unter den Reifen bleibt.

Auf guter Straße rollten wir zurück auf den morgendlichen Anfang und weiter auf der N 12 über Alnif, Tazzarine nach Zagora. Mit dem Kaffe unterwegs war es  ein wenig spannend, weil wir nun im Ramadan unterwegs sind. Zwischen Sonnenaufgang und Untergang darf  nichts gegessen werden.

Oasen lassen  bäuerliche Land-
wirtschaft zu


Wüstenstadt
Die vorherrschende Farbe dieser Wüste ist das Antrazitocker. Schwarzes Geröll, dicke und dünnere Quader mit vom Wind abgeschliffen Kanten, sind über den grau schwarzen Boden versprengt. Schwarze kleinwüchzige Ziegen finden dazwischen Halme und Hölzchen zum abknabbern. Berge mit geschichtetem Gestein, wie ein Stapel Teller, der am Rand gebrochen und verrutscht ist, ragen in die heiß flimmernde Luft. Ganz hinten in der Ferne geht der Blick durch einen grauhellen Seidenschleier zum begleitenden Gebirge. Akazien breiten ihre breit gespannten Kronen über den Boden aus. Schattenspender für den gedörten Boden. Im Untergrund muss sich Wasser einen Weg bahnen. Züge von dichten Palmenhainen, Obstbäume und Landwirtschaft zeigen es an.
Wir kommen gut in Zagora an. Kudret findet ein preiswertes Hotel in der Nähe. Das Riad "Soleil du monde" erweist sich als ein Glückstreffer. Mitten in einem Palmenhain liegt das gut gestaltet Hotel mit Schwimmbecken. Ein Familienbetrieb. Mit dem freundlichen Wirt lässt sich ein guter Preis aushandeln. Das Abendessen ist prima und reichlich. Wir gehen zufrieden ins Bett.

Blumen für Sabine, mit der
ich  8. Mai 15 Jahre
verheiratet bin.
Danke.




Ab in die Wüste

Während ich ganz entspannt schreibe und ich in der Stadt bummelte, drehen Kudret und Klaus die Tineghir Runde. Dazu ein paar Bilder:
Kudret hatte Waschetag

Hacer und Yusuf













Hinweis für eine Offroad
Strecke in der Dades Schlucht








Heute standen wir früher auf als sonst. Man hatte die Uhren eine Stunde zurückgestellt. Wir wollen zur höchsten unf schönsten Erg Chebbi fahren. Die Hauptstraße N 10 führt am Todra Fluss entlang. Stellenweise taucht das Flussbett trocken auf. Grütel und den Häusern, die sich entlang der Straße aufreihen. Die Dattelpalme hat sich Vortechte erworben. Geht der Blick weiter über das Flußbett hinaus, wechselt das Grüne zum Salbeigrau. Steinbrocken und Schotter herrschen vor. Die R 702 bietet sich als sehenswerte Landschaftsbegleiterin an. Das Grauocker übernimmt, selten hält ein kleiner Baum den Blick an. Alte Berge, vom ständigen Wind zersägt und vom Wasser geschliffen gestalten den Horizont.
Den Fluss erkennt man am grünen
Als das Geröll der Wüste zu eher sandigem Grund wechselt, erhebt sich die erste Sanddüne. Am Rande der Straße bieten Beduinen die Besichtigung von unterirdischen Wasserkanälen und Ziehbrunnen an. Wir müssen wie immer verhandeln. Nach dem wir Einigkeit erzielten, kommt noch der unerlässliche Besuch des Zeltbasars. Heilbringender Kräutertee wird gereicht, den wir kaufen sollen, ehe die Führung losgeht. Vor 40 Jahren habe der Tunnel noch bis zur Höhe von 1,80 Metern Wasser geführt. Durch die groß gewordenen Städte in der Gegend, trockneten die Qellen aus. 
Beim Abschied sollen wir den Teetest bezahlen, wir lassen es beim verabredeten Preis. Beim Fotostopp komme ich ein wenig vom festen Fahrbahnrand ab. Das Hinterrad steckt bis zur Achse im Sand. Kameradenschub ist hilfreich. So komme ich wieder frei.

In Adrauine werden wir gleich von einem Beduinen begrüßt. Er bietet eine Wüstentour, Übernachtung im Zelt, Halbpension incl. Kamelritt an. Wir entscheiden uns für Steinhaus am Dünenrand. Ich schließe mich 10 Chinesen an, die einen Kamelritt in die Dünen zum Sonnenuntergang gebucht haben. Ruhig wurde es erst, als die Dämmerung sich über den Sand neigte.
Wir zählten Sterne bis wir schliefen.



Sonntag, 5. Mai 2019

Über den Atlas durch die Todra Schlucht

Ifrane, Azrou, Kenifra, Tineghir

Das war eine hammerhübsche Tour. Nach meinem Navi 264 km und 6, 5 Stunden Fahrzeit hoch und runter...

Die Reifen müssen warm gefahren werden. Dafür war die erste Strecke ideal. Wegen der winkenden Affen am Straßenrand mussten wir anhalten. Eine Busladung Touristen war eifrig dabei, die Tiere zu füttern. Eilfertige Händler hatten es ihnen verkauft. Weiter ging es am Michliffener Skigebiet vorbei. Ab Azrouu richteten wir die Vorderreifen Richtung Mittagssonne. Die Straße wandt sich in die Höhe. Restpfützen und Steinreste von Sturzbächen ließen die Stärke der vorangegangenen Gewitter ahnen. Gut, dass wir trockenen Fußes rollen.
Klaus ist begeistert von den Farben
Marokkos. Es ist das Lehmrot, zwischen den frühlingsfrischen Feldern glänzt es mattfeucht. Manchmal zeigt es sich im Konglomeratgestein der Felswände.   Die Straße R 317 wird später, wenn sie zur Todra Schlucht führt und zur R 703 geworden ist, hochalpin. Es geht bis auf 2700 Meter hinauf.
Immer wieder geht der Blick über großzügige Matten, wie sie in den Alpen selten zu sehen sind. Jetzt, in der frühen Jahreszeit wächst alles munter. Der Weizen ist teilweise schon mit der Sichel in gebückter Haltung geschnitten. Gebundene Garben liegen durcheinander auf dem Feld. In der Ferne zeigen im Dunst der Mittagssonne schneebedeckte Gipfel ihre Majestät. Die Dörfer sind einfach. Lehmziegel wurden zu eckigen Häusern zusammengebacken. Rotziegelige Neubauten stehen dazwischen. Vieles ist aufgelassen. Zu arm, zu weit weg nach Norden zur Arbeit gewandert.

Die Bachbetten, die die  Wassermassen in den Grund frästen, weiten sich an Stellen weichen Gesteins. Trotz der vergangenen Regenfälle bergen sie wenig Wasser. Zur Schneeschmelze müssen heftige Wellen Lehm und Gestein mit sich reißen und dem fernen Meer entgegen stürzen. Nur selten wurden Brücken gebaut. Es schien einfacher, die Wasserlawinen über die Straße sausen zu lassen. Ist es abgelaufen, werde die Reste zur Seite geschoben und die Straße geöffnet. Wo man bei der Planung nicht mit dem Wasser gerechnet hat, ist der Straßenbelag weggeschwemmt. Schotter bildet dann den Fahrgrund. Es blieb nicht aus, immer wieder Schlaglöchern auszuweichen oder undurchsichtige Pfützen zu durchfahren. Hochbeladene Kastenwagen, auf deren Dächern oft Schafe transportiert werden,wollten überholt sein. An Eseln, die in der Gegend alles transportieren,
 was sich bewegen lässt, fahren wir häufig vorbei. Eine Berberfamilie zieht mit gut bepackten Kamelen und Eseln an uns vorbei. Sie wollen Geld geschenkt und Kiff verkaufen.
Wie so oft, findet sich an der schönsten Stelle der Schlucht, der Touristenmarkt. Gut, dass wir so spät dran sind. Wir werden nicht zum Kaufen eingeladen. Je weiter wir zum Ausgang fahren, um so mehr Dattelpalmen haben sich im Flussbett einen Stand gesucht. Mit den roten Felswänden im Hintergrund ein eindrucksvolles Bild.

Ich bin froh, als wir schnell eine Herberge finden. Auf das Kuskus mussten wir jedoch lange warten.
Eine schöne Tour.k
A

Abschied von Marokko

Wir sind gut bis zum Schiff gekommen. Müssen noch lange warten, bis es los geht. Ein Bootsfahrt die ist lustig... Wir sind noch bis Don...