Dienstag, 7. Mai 2019

Sieg der Vernunft oder des Alters!?


Die gestrige Kameltour

Der gut geschäftsorientierte Wirte klopfte früh in der Dämmerung an die Scheibe:" Sonnenaufgang!" Klaus erschrak und sprang aus dem Bett, ich hinterher. So bekamen wir eine Ahnung von einem Wüstenrot am Morgen.
Sonnenaufgang
Kaum waren die letzten Bilder geknipst, stand das Frühstück auf dem Tisch. Es war so karg wie der Wüstensand.

Bereits auf dem Schiff wurde erzählt, dass die auf der Karte als Piste gezeichnete Verbindung gen Süden, zu fahren sei. Ein kleines Stückchen Sande würde die Freude trüben. Wir wollten die Piste. Der Wirt riet ab. Die Moppeds zu schwer, die Strecke zu gefährlich. Er bot den Gepäcktransport und seine Begleitung als Fährtensucher für Schlappe 500€ an. Wir nehmen keine Schnäppchen und fahren los. In Taouz wurden wir gleich am Ortseingang abgefangen. Wieder wurde uns eine schlechte Fahrt in Aussicht gestellt. Zu viele Sandverwehungen, die unbedingt zum Steckenbleiben führen würden. Man schlug uns eine andere Strecke vor, mit einem Vorfahrer. 100 €. Klaus und mir war die Begleitung 60 € wert, Kudret wollte eher gar nicht fahren. Wir einigten uns auf eine  Blick in die Einstiegsstraße. Also aus dem Wüstendorf raus und auf die Piste. An der ersten kleinen Steigung der schottrigen Straße hatte der Wind reichlich
So sah der zivile Anfang des Weges aus, an dem wir
umkehrten
 Sand in die Fahrspuren geweht. Die Sonne brannte und der heiße Wind trieb Wasser aus dem Körper. Diskussion sollen wir oder sollen wir nicht. Klaus war auf Abenteuer aus, ich auch ( so mehr oder weniger) Kudret wollte sich das nicht antun. Ein bisschen tobte in mir die Vernunft: gestern hatte ich mich im Sand festgefahren und es war schwierig wieder raus zu kommen. Sollte es mir mehrmals passieren, ich hätte keinen Spaß und sicher war auch, dass ich dass Moppeds ablegen würde. In meinem Alter sollten die Abenteuer überschaubar sein.
Wir kehrten nach eingehender Diskussion um. Klaus war traurig (wobei, er schloss seinen Frieden mit der Entscheidung, denn Sand ist auch nicht unbedingt seine Stärke) Kudret froh und ich froh gemischt (Alter Sack und so...). Wir fahren so, dass immer Respekt unter den Reifen bleibt.

Auf guter Straße rollten wir zurück auf den morgendlichen Anfang und weiter auf der N 12 über Alnif, Tazzarine nach Zagora. Mit dem Kaffe unterwegs war es  ein wenig spannend, weil wir nun im Ramadan unterwegs sind. Zwischen Sonnenaufgang und Untergang darf  nichts gegessen werden.

Oasen lassen  bäuerliche Land-
wirtschaft zu


Wüstenstadt
Die vorherrschende Farbe dieser Wüste ist das Antrazitocker. Schwarzes Geröll, dicke und dünnere Quader mit vom Wind abgeschliffen Kanten, sind über den grau schwarzen Boden versprengt. Schwarze kleinwüchzige Ziegen finden dazwischen Halme und Hölzchen zum abknabbern. Berge mit geschichtetem Gestein, wie ein Stapel Teller, der am Rand gebrochen und verrutscht ist, ragen in die heiß flimmernde Luft. Ganz hinten in der Ferne geht der Blick durch einen grauhellen Seidenschleier zum begleitenden Gebirge. Akazien breiten ihre breit gespannten Kronen über den Boden aus. Schattenspender für den gedörten Boden. Im Untergrund muss sich Wasser einen Weg bahnen. Züge von dichten Palmenhainen, Obstbäume und Landwirtschaft zeigen es an.
Wir kommen gut in Zagora an. Kudret findet ein preiswertes Hotel in der Nähe. Das Riad "Soleil du monde" erweist sich als ein Glückstreffer. Mitten in einem Palmenhain liegt das gut gestaltet Hotel mit Schwimmbecken. Ein Familienbetrieb. Mit dem freundlichen Wirt lässt sich ein guter Preis aushandeln. Das Abendessen ist prima und reichlich. Wir gehen zufrieden ins Bett.

Blumen für Sabine, mit der
ich  8. Mai 15 Jahre
verheiratet bin.
Danke.




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