Oh, ist das heiß hier. Ist ja auch die Sahara und bei ca. 45 Grad Hitze zu fahren, treibt einem das Wasser in die plastene Schutzkleidung. Wie Sturzbäche in einem Wadi rast der Schweiß die Falten hinunter.
Aus dem schönen Ort Tafraoute führt uns die R 107 hinaus. Es gibt Künstler, die verpacken Küsten oder Häuser und es gibt Künstler*innen die haben die Idee,
Felsen und Felsflächen blau, gelb und rot zu bemalen. Worauf die so kommen! Es sieht schon interessant aus. Weiter geht es eine landschaftlich schöne Straße durch die Äusläufer des alten Gebirges. Schmal windet sie sich Abhänge hinauf, an den Rändern ausgefranst und schotterig oder sie durchschneidet gut geheizte Hochebenen. Das geschichtete und von Urgewalten zu den Wolken gedrückte Granitgesteins, zeigt seine alte Entstehung an den weiten Hängen. Zwischen den Geröllrutschen an den Hängen zeigen sich geschwungene oder gerade Linien härterer Schichten in dunkleren Braun, manchmal auch ganz hellem Ocker. Die Weiten sind mit rotgrauen kleinen und großen Steinen bedeckt. Dazwischen das trockene Gehölz und die schattenspendenden Akazien. Richtung Assa sengt uns die Sonne die Moppedklamotten. Unter einem Kameldornbaum suchen wir Schatten. Kudret hat Pulverkaffee Beutelchen und ich das ca. 45 Grad heiße Wasser. Mit einem Stück trockenem Weisbrotfladen ist das ein Genuss. Wie ein Sonntagskuchen. Die kurze Dösung bringt wieder Schwung in den heißen Körper. Es kann weiter gehen.
Hier auf den steppenähnlichen Flächen weideten schon zu Jesus Zeiten Ziegenherden oder zupften Dromedare Blätter von den Bäumen. Verkehrszeichen weißen auf die Tiere hin. Zeigt sich eine Herde im flimmernden Licht des Asphalts fahren wir langsam an die schwarz gelockten Tiere heran. So passiert auch nichts, als ein kleines Jungtier kurz vor Klausens Reifen über die Straße springt.
In den Dörfern ist nichts los. Alle Einwohner*innen haben sich zur Ramadan Ruhe zurückgezogen. Als wir in Assa auf der N 12, einfahren wirbelt der heiße Wind einen Wellpappendeckel durch die Luft, rosane und gelbe Kunststofftütenreste drehen sich zum Spiel der Staubwolken. Hier in Assa steht über einer Ladenzeile einer Straßenecke "Hotel". Es sieht so trostlos, wie in einem alten Westernfilm aus. Kudret, der Netzaffine, findet noch ein weiteres Hotel am Rande der Stadt. Für diesen Ort ist das ein Prachtbau. Alles verschlossen. Die in einem parkenden Auto sitzenden jungen Leute geben uns zu verstehen, dass man ordentlich klopfen muss, um den Rezeptionisten zu wecken. Nach dem wir schon aufgegeben und im Netz nach weiteren Möglichkeiten geschaut hatten, rasselt es an der Eingangstür. Ein junger Mann hat sich im Hotel am Rande der Sahara auf den Weg gemacht, Fremdlingen Einlaß zu gewähren. Wir feilschen um den Preis, erringen wieder eine Tajine Pollo mit Brot und Cola und ein Frühstück.
Jungendliche fahren los und kaufen für unser Mahl ein. Trotz der abendlichen Hitze dauert es ewig, ehe das Huhn durch ist und serviert wird. Marokkanischer Salat und Huhn, Anflüge von Darmbeschwerden schwängern die Phantasie - sie traten nicht ein.
Wir fahren zeitig zu unserem Umkehrpunkt El Ouatia am Atlantik (erst N 12 später N 1). Es ist so heiß, dass sich nur die Dromedare auf der Ebene bewegen. Drei Esel stehen im Schatten einer breitkronigen Akazie und wackeln mit den langen Ohren. Schwarze Ziegen sind im hitzigen Gelände kaum zu erkennen. Das rote Braun ist von der heißen Luft stumpf gemacht worden. Erstaunlich, wir durchfahren eine Ebene in der Palmenwedel vom Wind bewegt werden und sich Strohballen von der Weizenernte stapeln. Eine sehr große bäuerliche Landwirtschaft wird durch unterirdisches Wasser begünstigt.
Unsere Wasservorräte ergänzen wir in einem kleinen Laden. Der Verkäufer nimmt es mit dem Ramadan nicht so genau. Sein linker Arm ist über dem Handgelenk gebrochen. Geschwollen und krumm ruht sein Unterarm in einer Schiene, die mit schmutzigen Verbandsmull gepolstert ist. Hier möchte man nicht malade sein. Seine Augen blicken trotzdem freundlich.
Je näher wir dem Atlantik kommen, um so frischer wird die Luft und damit die Temperaturen. Klaus überlegt, ob er noch seine zweite lange Unterhose anziehen soll. Da es aber nur noch 100 km bis zum Ziel sind fährt er bibbernd durch.
Wir finden, weil keine Saison mehr ist, gleich ein kleines Hotel. Der Empfangschef hatte uns bereits auf der Straße abgefangen und sein Haus gepriesen. Preis und Leistung stimmen, wir bleiben.
Im Januar stand ich auf der anderen Seite und suchte mit meinen Blicken Afrika. Heute schaue ich umgekehrt nach Feuerland und Patagonien. Die Blicke werden sich nicht begegnen. Wahrscheinlich fliegen sie immer noch mit Lichtgeschwindigkeit über dem Atlantik an einander vorbei. Irgendwann wird sie ein schwarzes Loch eingefangen. Trotz der Reste südpolarer Meeresströmungen, die sich in der langen Bucht auf den Strand wälzen, stürzen wir uns in die schmächtigen Wellen. Eine gute Erfrischung. Kinder und Jugendliche surfen auf schmalen Brettern oder kicken geschickt Bälle zueinander. Mädchen sind nicht zu sehen. Im Vergleich zu den vorangegangenen Abenden, ist dieser richtig frisch. Eine Jacke muss her. Beachtlich auch, dass wir hier Bier bekommen. Wegen des religiösen Festes müssen Klaus und ich uns das Bier selbst aus dem Kühlschrank geben. Prost.
Aus dem schönen Ort Tafraoute führt uns die R 107 hinaus. Es gibt Künstler, die verpacken Küsten oder Häuser und es gibt Künstler*innen die haben die Idee,
![]() |
| Das Blau könnte mit den Berber In Verbindung gebracht werden |
Felsen und Felsflächen blau, gelb und rot zu bemalen. Worauf die so kommen! Es sieht schon interessant aus. Weiter geht es eine landschaftlich schöne Straße durch die Äusläufer des alten Gebirges. Schmal windet sie sich Abhänge hinauf, an den Rändern ausgefranst und schotterig oder sie durchschneidet gut geheizte Hochebenen. Das geschichtete und von Urgewalten zu den Wolken gedrückte Granitgesteins, zeigt seine alte Entstehung an den weiten Hängen. Zwischen den Geröllrutschen an den Hängen zeigen sich geschwungene oder gerade Linien härterer Schichten in dunkleren Braun, manchmal auch ganz hellem Ocker. Die Weiten sind mit rotgrauen kleinen und großen Steinen bedeckt. Dazwischen das trockene Gehölz und die schattenspendenden Akazien. Richtung Assa sengt uns die Sonne die Moppedklamotten. Unter einem Kameldornbaum suchen wir Schatten. Kudret hat Pulverkaffee Beutelchen und ich das ca. 45 Grad heiße Wasser. Mit einem Stück trockenem Weisbrotfladen ist das ein Genuss. Wie ein Sonntagskuchen. Die kurze Dösung bringt wieder Schwung in den heißen Körper. Es kann weiter gehen.
Hier auf den steppenähnlichen Flächen weideten schon zu Jesus Zeiten Ziegenherden oder zupften Dromedare Blätter von den Bäumen. Verkehrszeichen weißen auf die Tiere hin. Zeigt sich eine Herde im flimmernden Licht des Asphalts fahren wir langsam an die schwarz gelockten Tiere heran. So passiert auch nichts, als ein kleines Jungtier kurz vor Klausens Reifen über die Straße springt.
In den Dörfern ist nichts los. Alle Einwohner*innen haben sich zur Ramadan Ruhe zurückgezogen. Als wir in Assa auf der N 12, einfahren wirbelt der heiße Wind einen Wellpappendeckel durch die Luft, rosane und gelbe Kunststofftütenreste drehen sich zum Spiel der Staubwolken. Hier in Assa steht über einer Ladenzeile einer Straßenecke "Hotel". Es sieht so trostlos, wie in einem alten Westernfilm aus. Kudret, der Netzaffine, findet noch ein weiteres Hotel am Rande der Stadt. Für diesen Ort ist das ein Prachtbau. Alles verschlossen. Die in einem parkenden Auto sitzenden jungen Leute geben uns zu verstehen, dass man ordentlich klopfen muss, um den Rezeptionisten zu wecken. Nach dem wir schon aufgegeben und im Netz nach weiteren Möglichkeiten geschaut hatten, rasselt es an der Eingangstür. Ein junger Mann hat sich im Hotel am Rande der Sahara auf den Weg gemacht, Fremdlingen Einlaß zu gewähren. Wir feilschen um den Preis, erringen wieder eine Tajine Pollo mit Brot und Cola und ein Frühstück.
Jungendliche fahren los und kaufen für unser Mahl ein. Trotz der abendlichen Hitze dauert es ewig, ehe das Huhn durch ist und serviert wird. Marokkanischer Salat und Huhn, Anflüge von Darmbeschwerden schwängern die Phantasie - sie traten nicht ein.
Wir fahren zeitig zu unserem Umkehrpunkt El Ouatia am Atlantik (erst N 12 später N 1). Es ist so heiß, dass sich nur die Dromedare auf der Ebene bewegen. Drei Esel stehen im Schatten einer breitkronigen Akazie und wackeln mit den langen Ohren. Schwarze Ziegen sind im hitzigen Gelände kaum zu erkennen. Das rote Braun ist von der heißen Luft stumpf gemacht worden. Erstaunlich, wir durchfahren eine Ebene in der Palmenwedel vom Wind bewegt werden und sich Strohballen von der Weizenernte stapeln. Eine sehr große bäuerliche Landwirtschaft wird durch unterirdisches Wasser begünstigt.
Unsere Wasservorräte ergänzen wir in einem kleinen Laden. Der Verkäufer nimmt es mit dem Ramadan nicht so genau. Sein linker Arm ist über dem Handgelenk gebrochen. Geschwollen und krumm ruht sein Unterarm in einer Schiene, die mit schmutzigen Verbandsmull gepolstert ist. Hier möchte man nicht malade sein. Seine Augen blicken trotzdem freundlich.
Je näher wir dem Atlantik kommen, um so frischer wird die Luft und damit die Temperaturen. Klaus überlegt, ob er noch seine zweite lange Unterhose anziehen soll. Da es aber nur noch 100 km bis zum Ziel sind fährt er bibbernd durch.
Wir finden, weil keine Saison mehr ist, gleich ein kleines Hotel. Der Empfangschef hatte uns bereits auf der Straße abgefangen und sein Haus gepriesen. Preis und Leistung stimmen, wir bleiben.
Im Januar stand ich auf der anderen Seite und suchte mit meinen Blicken Afrika. Heute schaue ich umgekehrt nach Feuerland und Patagonien. Die Blicke werden sich nicht begegnen. Wahrscheinlich fliegen sie immer noch mit Lichtgeschwindigkeit über dem Atlantik an einander vorbei. Irgendwann wird sie ein schwarzes Loch eingefangen. Trotz der Reste südpolarer Meeresströmungen, die sich in der langen Bucht auf den Strand wälzen, stürzen wir uns in die schmächtigen Wellen. Eine gute Erfrischung. Kinder und Jugendliche surfen auf schmalen Brettern oder kicken geschickt Bälle zueinander. Mädchen sind nicht zu sehen. Im Vergleich zu den vorangegangenen Abenden, ist dieser richtig frisch. Eine Jacke muss her. Beachtlich auch, dass wir hier Bier bekommen. Wegen des religiösen Festes müssen Klaus und ich uns das Bier selbst aus dem Kühlschrank geben. Prost.

1 Kommentar:
Hallo Bikers.
Schön das es euch gut geht und ihr alle Herausforderungen angenommen und bestanden habt. Halt... Da war noch was mit dem Sandsturm und.so..... Neben den interessanten Bildern fand ich den Beitrag mit den blauen Bergen interessant. Früher gab es zu einer das Lied 🎶 "von den blauen Bergen kommen wir.. Heute gibt es sie! Aber auch in Peru gibt es insgesamt 70 Hektar Felsen auf drei Gipfeln in der Region Ayacucho im Süden Perus die mit einem Gemisch aus Kalkpulver und Wasser überzogen wurden. man hofft damit das Klima beeinflussen zu können.
Gute und weiterhin erlebnisreiche Tage wünsche ich Dir/Euch.
Und da war noch was... Fahrt weiter so, das immer ein Respekt unter dem Reifen bleibt...
In diesem Sinne. Weiter so.
LG. Jochen
Kommentar veröffentlichen