Dienstag, 30. April 2019

Die längste Verbindung zwischen zwei Punkten ist die Schotterpiste


Gruß an unsere Frauen

Bevor es heute richtig los gegangen ist, fuhren wir auf der Nationalstraße N 2. Län
ere Zeit säumten Wohnhäuser und kleine Handwerkereien  die Fahrbahn. Zwischen den würfeligen Häuser die bis zu zwei Etagen gewachsen waren, stand Abdula auf dem Rest einer ehemals stolzen Wiese. Wie vor vielen Jahren schon, hütete er die ihm verbliebenen Schafe.  Der Sohn hatte ein Teil des Grundstücks seiner Väter zu Geld gemacht. Ein Teil davon verwandelt sich über die Jahre in ein stattliches Haus. Wenn die Mieter nicht immer wieder Ärger machten, wäre das Leben gut. So trauerte er, auf seinem Hütestab gestützt, seinem alten Leben nach. Das Leben nimmt seinen Lauf und bisher hatte seine Familie überlebt. Die Enkel liebten ihn.

Wie kann ein Land mit dem Anderen verglichen werden? Sehe ich die Schlichtheit des Bestehenden, geschleift mich eine kleine Melancholie. Wir reisen zur Freude.

Dunkelbraune Esel mit langen Ohren warten auf Lasten. Sie scheinen die Taxis der einfachen Leute zu sein. Die , mit den besonders langen Ohren haben bestimmt oft gelogen. Wir kennen das von einem König aus längst vergangenen Jahren. Die Grauen taten so als könnten sie heute nicht laufen. Schnell wurden sie durchschaut und dick beladen. Obenauf setzte sich der Treiber. Sie trottelten davon.
Wir sprechen ab, wo wir Langtagen wollen. Man kommt immer in Rom an. Wir wichen vom Plan ab, weil die Zeit gut und die Strecke grün markiert war. Eine gute Strecke lang, dort wo kleinstädtisches Leben die Straße säumten, war der Fahrweg viel zu breit und zu glatt. Aber bald sollte es das ändern. Erst wurde die Fahrbahn enger. Hauser blieben im Hintergrund. Felder, lehmig dunkelocker zeigten sich die frisch bestellten, die Älteren wiegten sich grün im Sonnenlicht oder zeigten Kartoffelstauden in der Furche. Ein Abzweig forderte Entscheidung ein. An markanten Punkten kontrolliert die Polizei größere Autos. Die Frage nach der Straße, die im Plan als besonders reizvoll gekennzeichnet war, wurde mit "bon Route"


beantwortet. Wir also " bon Chance" ins Vergnügen hinein. Eine geschotterte Piste. Wo sich feste Spuren gebildet hatten ging es ordentlich zu fahren. Regengewaschene Furchen, Schlaglöcher und trudliger Schotter forderten den Tüchtigen. Nach gut einer Stunde wusste ich, wo meine Oberarme sind. Besonders im ersten Gang steile Serpentinen hinauf, in deren Kurvenradius Bremsspuren hinterlassen wurden, in denen sich der Schotter versammelte, waren meine Lieblingsstücke. Der Blick für die Schönheiten des Rifgebirges war nur in den Pausen möglich. Karte, karstige Habe wechseln mit Wald und trockener Wiese. Bei den einfachen Dörfern, derend schmaler Fluss Wachstum spendet, sprießt eine schmale Landwirtschaft. Aufatmen als nach zwei Stunden Asphalt die Reifen kühlt.

Für mich war das eine Premiere. Klaus und Kudret sagen, ich hätte mich gut geschlagen. Im ersten Café in Gaza besprechen wir den Schlafplan. Ein Hotel an der Hauptstraße wird es, einfach. Wie kann ein Wasserhahn über die Zeit Tropfen und das ganze Mauerwerk zerstören? Man ist hier doch anders. Das einfache Mahl bringt die restliche Masse für die Bettschwere. Gute Nacht.

Montag, 29. April 2019

Mediterrane Genüsse

Heiße Biker brauche Kühlung.
Nach 230 Kilometern Küstenstraße und 4 1/2 Stunden Fahrzeit müsste Klaus sich ins Meer stürzen. Badende Kinder hatten es ihm vorgemacht. Der Meeressand sich in der kleinen runden Bucht einen Strand geschaffen. Zur Freude der Badenden. Amir Plage heißt das Hotel. VorJahren war es die Zierde des hübschen Flecken. Jetzt schont es unsere Kasse.
Die Küstenstraße schlängelte sich mal über dem Meer Mal mehr in die Hügel.
Wir zogen ruhig dahin. Wasser beruhigt. In die rotbraune Erde wurden mit Holzpflügen Furchen für die Saat getrieben. Magere Esel unterstützen die Männer bei ihrem Broterwerb. Die Tippsonden Esel sind ein häufiges Transportmittel. Sie tragen Sack und Reiter. Ob das Ökolandwirtschaft ist?
Und nun kommt wieder ein sehr schönes Erlebnis. Also der Klaus sagt so in seiner ruhig zurückhaltenden Art:"Hört mal, hier gibt es einen Fischmarkt. Direkt vom Stand kauft man seinen Fisch. Damit geht man zum Restaurant, die machen den direkt zurecht und schon kann man fein essen." "Heute ist doch Sonntag und...." Also ich trotzdem Richtung Ort, da winken mir die Beiden aus ' nem Mecesdes zu. Kemel hat sie eingeladen. Er bringt uns zum Hafen, gibt noch gute Tipps für den Einkauf und fährt nach Hause. Wir suchen frische Fische, Garnelen und Tintenfisch aus. Der Preis wird gut verhandelt. Gehen zur empfohlenen Bratküche ich sitzen bald vor einer opulenten Fischtafel.

So schön kann essen sein.
Der Abend klingt damit gut aus. Ein Taxi bringt
uns, die wir vom Pfefferminztee beschwingt sind zum Hotel ein schöner Abend.




Fischverkäufer

  1. Das Programm stürzt immer wieder ab, deswegen mach ich jetzt Schluss. Beste Grüße von uns.

Samstag, 27. April 2019

Eine Seefahrt die ist mit essen verbunden, im Rifgebirge weht ein strammer Wind

Es ist ein Segen, vieles ist internationaler geworden. Z.B Cu. die Einreiseformalitäten. Das Schiff brachte uns von Genua nach Barcelona und von dort weiter nach Tanger. Ab Tanger bot die marokkanische Polizei und der Zoll drei
Vor dem Schiffsbauch


Medina, abendliche Gasse
Anbfertigungszeiten im Kinosaal des Schiffes an. Alles ging ruckzuck und wir hatten Stempel im Pass und eine Kleine Karte für das Mopped vom Zoll. An der Hafenausfahrt wurde in das Reisedomument geschaut und die Zollkarte mit dem Kennzeichen verglichen. Schon war alles erledigt und wir in Marokko. Aber nun doch etwas der Reihe nach.

In Rozzano bei Mailand hatten wir eine nette Unterkunft. Die Heizung trocknete unsere Sachen bis zum nächsten Morgen.  Mit den gut entwässerten Moppedklamotten ging es gegen acht Uhr auf die Mautobahn Richtung Genua. Anfänglich noch ganz gerade, später aber, vom den Gebirgsausläufern hinunter zum Meer, war es eine rasante Bahn. Durch enge Täler, an sprudelnden Wasserläufen entlang, vorbei an bewaldeten Hängen, die sich durch kleine ockerbraune Dörfer lockerten, ging es dem Fährhafen entgegen. Ein wunderbarer Ritt. Weil wir die Abfahrt zur Fähre verfehlten, legten wir eine Ehrenrunde ein und sahen ein wenig von der Altstadt Genuas. Vor dem Schiffsmaul waren rund 80  Moppeds bereit, auf die Fähre zu rollen. Alles ging gut. Wir bekamen unsere Kabine und die Essensmarken für die Vollverpflegung. Die Verpflegung war wichtig, denn mit dem Essen kann man gut die Zeit überbrücken.
Über dem Schiff bläut sich der Himmel. Ein kalter Wind wirbelt über das Schiff und gefror das Sonnenbaden. Immer wieder tauchte an Steuerbord Land auf. Über dem Festland schwebten weiße flache Wolkenbänder. Ihre Unterseiten hatten das Dunkel des Meeresblaus aufgesogen. Sie sind ein Schutzwall gegen Meeresungeheuer.
Man huckt zusammen. Kudret erzählt von seinen Erlebnissen auf hoher See. Klaus ein wenig vom Dienst in Afghanistan. "Gibt es einen Gott, kann man an ihn glauben, war eine ernste Frage. Die Meinungen reichten von "gibt es nicht" bis "ja, da gibt es etwas." Das Gespräch bleibt bei einem ersten Abtasten, wir kennen uns noch nicht genug, um heftig über diese Fragen zu sprechen. Wir kommen mit anderen ins Gespräch über Moppeds und Reiserouten. Das ist immer gut.
Bevor wir das Schiff verlassen durften, war Geduld gefordert. Endlich in Marokko.
Bis nach Tetuan wollen 57 km gefahren werden. Kudret fährt vor und sucht eine schöne Bergstraße durch die Anfänge des Rifgebirges. Das gute Grün der Wiesen ist mit fröhlich bunten Blumenmatten geziert. Gelb und helles Violett geben den Ton an. Dattelpalmen und breitohrige Kakteen zeigen uns den Süden an. Im Hintergrund die Kalkfelsen des Gebirges. Gute 10 km vom Meer entfernt, greift ein giftiger Wind nach uns. Manchmal wird das Kradl einen Meter aus der Spur geblasen.
Das Navi will die Anschrift vom Hotel nicht annehmen. Die analoge Methode des Fragens wirkt Wunder. Zwei junge Leute springen in ihr Auto und führen uns zum Ziel. Tolle hilfsbereite junge Männer. Die Moppeds bleiben in einer Garage vor der Medina, zwischen deren schmalen Gassen das Hotel steckt. Wir können es gelassen angehen.
Eingang zur Medina

Abendessen

Mittwoch, 24. April 2019

Wo Sonne scheint ist Regen möglich

So, nun sind wir zu dritt. Klaus aus Koblenz klotzte richtig kräftig und war schon da. Wir drei hatten eine gute Fahrt. In Deutschland und auch noch
Klaus mit mir  Doppelbett

in Österreich schien uns die Sonne ins Gesicht. Als wir noch vor einigen Stunden vom westlichen Inntal aus die Alpen sahen, die sich sanft hellgrau verschleiert hatten, stieg die Ahnung auf: Regentropfen, die an mein Helmvisier klopfen..." Am San Bernhardino startete das Duschvergnügen. Gute zwei Stunden fuhren wir durch Nebel und dichten Regen.
Inzwischen sind die Sachen fast trocken und es kann morgen früh weiter gehen. Heute teile ich mit Klaus Zimmer und Bett.
Gute Nacht.
Bald regnet es
Auf dem Schiff wird es wohl kein Internet geben, deswegen kommt der nächste Post erst in drei Tagen.

Ach, schönes Deutschland

Ich bin unterwegs. Ruhig geht es über Landstraßen dahin. Über Beelitz, dann die Elbe und balb durch den Thüringer Wald. Viele Biker sind unter dem blauen Frühjahrshimmel unterwegs. Nach Winterschluss bricht alles auf. Die feinen weißen Blüten der Schlehen schaffen es schon sehr früh, die Waldränder und Hecken zu verschönern. Das ist auch gut für die Bienen und die anderen kleinen Flatterfreund*innen. Blühende Landschafter begleiten mich, das würde ja auch einstmals versprochen. Bei Ute kam ich unter. Auf ihrem Hof pinkelte mir ihr verspielter Hund gleich an den Reifen. Da war klar, das er Obacht gibt.
Ute empfahl die "Mügge", da würfe ich noch etwas bekommen. Die sind gut. Das Essen brgann mit einem Landspaziergang. Unter blühen Obstbäumen ging's dahin. Auf des Hügels Kuppe blies der Wind scharf. Bei den Fischteichen und den Sportplätzen beird das Schild zur "Pöllwitzer Müller." Ein Sportler Imbiss mit gehobener Gastronomie. Es ging schon auf den frühen Abend zu, da war die Küche fast erkältet. Jedenfalls geriet die Rouladen mit Klößen und Rotkraut, die in einer kräftig braunen Brühe schwammen, zur Überraschung. Der gefüllte Fleischwickel schmeckte wie bei Muttern.
Ute hatte mir das Frühstück gerichtet bevor sie zur Arbeit fuhr. Der Hofhund forderte noch Spiel und Kraulen bevor ich durch den Thüringer Wald weiter Richtung Hof fuhr . Hier im Bayerischen enden die Dorfnamen nicht mehr auf "grün" eher auf ...dorf. Cafés gibt es nur noch in den großen Dörfern.
Eine Überraschung war Dinkelsbühl bei Feuchtwangen. Ein sehr gut erhaltenes Fachwerkstädtchen. Hier erwartete mich die erste Nacht mit Kudret im Romantikhotel Blauer Hecht.  Nach einheimischer Küche und Saunabesuch hatten wir eine nicht ganz schnarcharme Nacht. Jetzt geht es weiter Richtung Mailand. Wir freuen uns.
Kudret

Dinkelsbühl

Freitag, 19. April 2019

Rüdis Motorrad

Natürlich habe auch ich ein mopped. Es handelt sich dabei um die wunderbarste Biene, die über die Straßen brummt. Das Bild ist von der letzten Griechenlandtour mit Werner aber es wird wieder so aussehen.

Wir haben wunderbare Maschinen und einen Heidenspaß damit durch dick und dünn zu fahren. Die Spannung steigt täglich. Inzwischen können Kommentare geschrieben werden. Viel Spaß dabei.

Donnerstag, 18. April 2019

Vorbereitung sind wie Weihnachten am Schlüsselloch


Bisher reichte in fernen Ländern das Mitgenommene. Es kam vor, das manches Wäschestück unbenutzt blieb. Und doch türmt sich ein Berg Mitzunehmendes auf dem Boden. Die Packliste der letzten Reise ist hilfreich. Zwischendurch immer wieder Blicke in den Reiseführer, auf die Karte und ins Internet. Ein schönes Land wartet auf uns.

Klaus hat sein mopped richtig flott gemacht. Ein neuer Tank ziert das Gefährt. Kudret hat eine Probefahrt unternommen. Seine Wasserflaschenhalter aus Kunststoffrohr sind repekteinflößend.

Die Spannung steigt. Bald geht es los. Dass Wetter ist altherrentauglich. Es soll warm und regenarm werden. Bei blauem Himmel lässt es sich gut reisen.
Klaus ist noch beim Schrauben

Kudret hat schon fast gepackt...



und sendet gute Sprüche...

Dienstag, 2. April 2019

Aller Anfang ist ein Wunsch

Im Leben gibt es immer wieder Träume. Das mit dem Motorrad ist so einer bei mir. Mit dem Motorrad in fremde Länder reisen. Länder, über die sich des Nachts ein Sternenhimmel wie ein leichtes Federbett über dem Land aufbauscht. Zugegeben, manchmal regnet es auch. Nach der letzten Reise stellte sich die Frage:
Fahre ich weite Reisen alleine?" Du kannst halten, wenn du willst oder abbiegen oder im Bett bleiben...
Legst du das Mopped ab, bekommst du es alleine kaum wieder aufgestellt, sitzt du am Abend am Tisch, um die nächste Strecke zu planen, wäre ein "drittes Auge" nicht schlecht, es lacht sich besser mit anderen.

Also schreibe ich eine Anzeige im "Tourenfahrer" - wer fährt mit nach Marokko? Bin 70 Jahre alt, fahre Yamaha "super Tenere" und bin mit ihr in den Iran gereist. Es melden sich nette Biker.

Zu guter Letzt haben Klaus, Kudret und ich uns zusammengetan - aller guten Dinge sind drei um nach Marokko zu reisen. Zuerst haben wir hin und her geschrieben, telefoniert, abgetastet. Kudret lebt in Hamburg und ist schon viel in der Welt rum gefahren. Früher fuhr er zur See, da kennt er das Unterwegs sein. Für ihn war schnell klar, dass er mitfährt. Klaus meldete sich ein wenig später. Bisher fuhr er mit seinen Freunden in Europa durch die Länder. Er freut sich, auf Marokko. Beide kennen sich mit dem Schrauben gut aus.

Wir trafen uns in Dortmund. Kudret hatte ein Hotel gebucht. Im "Frühstücksraum" saßen wir über Karte und  Reiseführer gebeugt. Reiseziele wurden benannt, Routen geplant. Wie fährt man zu dritt? Wie viel Km am Tag? Bleibt Muße zum Halten und Fotografieren? Zelten oder Nicht?
Was machst du so im Leben?

Es gibt Berührungspunkte, man erkennt etwas im Anderen, dass einem vertraut ist. Gemeinsames Essen am Abend. Wir fahren zusammen, es wird bestimmt gut.

Die Fähre von Genua nach Tanger ist gebucht. Die ersten gemeinsamen Nächte in der Kabine liegen ab dem 27.4. vor uns.

Alles ist bereit, noch die Reifen wechsel, z.B. Heidenau Scout, frisches Öl und sauberer Luftfilter sind im Mopped. Neue Zündkerzen machen sich auch gut, ebenso eingestellte Ventile. Bald ist aufsitzen angesagt. Das Abenteuer kann losgehen.

Abschied von Marokko

Wir sind gut bis zum Schiff gekommen. Müssen noch lange warten, bis es los geht. Ein Bootsfahrt die ist lustig... Wir sind noch bis Don...