Eine Hochebene, sie leidet unter Wassermangel. Der Tau der frühen Stunde, netzt die gegerbten Blätter der harten Gehölze, die sich in den staubig trockenen Grund graben. Es reicht für den Tag. Vom hitzigen Sonnenlicht wird der weiten Fläche ein Schleier übergeworfen. Jede Farbe genommen. Ein Gewirk, das alles in stumpfes Oliv setzt. Die uralten Berge des Antialtlas freuen sich auf Stunden, in denen ihnen das Licht Falten und freundliche Spitzen gibt. Selten können Pflanzen in Senken Feuchtigkeit aus dem karstigen Boden saugen. Das Stumpfe belebt sich und gibt freudiges Grün Preis.
Kudret hat für Kultur vorgesorgt. Punkte von besonderem Interesse sind auf seinem Navi gespeichert. In liebevoller Vorarbeit hat er Abstecher für Besichtigungen aus dem Internet runtergeladen. In den rotbraunen Abhang einer steilen Hügelkante sind geduckte Häusermauern und Absätze gearbeitet. Es könnte ein Agadir sein, der oberhalb eines Ortes liegt.
Neben den Straßen durch die weiten oder engeren Teile des Antialtlas trocknen die Wege der Flüsse oder Bäche dahin. Geht der Winter ins Frühjahr über, wandelt sich der Schnee zu reißendem Wasser. Wilde Strudel nehmen alles mit, was sich greifen lässt. Die Mandelbäume sollen es zuerst spüren. Ihre Blütenpracht sei unermesslich. Sobald die Wasser verklungen sind, singen nur noch die alten Linder vom jungen Wachstum.
Zum Dorf führt der ausgewaschene Lehmweg durch ein Wadi. Die Wasserpassage ist betoniert worden, ein gewisser Wohlstand. Braune Pfützen zeugen vom wilden Wasser. Die holprige Dorfgasse, an manchen Stellen mit Schotter geebnet lässt gerade einen Esel mit dicken Säcken an jeder Seite passieren. Gut, dass wir keine Esel sind. Wir parken auf dem Dorfplatz, weiter geht es nicht mit unseren Moppeds. Eine, zwei, drei sind die Dorfkinder,klein und gross da. Sie blicken neugierig und freundlich
Die älter Manner, die im Schatten der Hausmauer lehnen sprechen mit uns. Um die Ecke sitzen die Frauen. Klaus erzählt mit ihnen
über alte Zeiten. Sie lachen und winken mit den Händen. Zwei gang hübsche Mädchen um zehn Jahre probieren ihr erlerntes Französisch. Sie wollen uns den Weg zum Agadir zeigen. Wer passt auf die Vehikel auf? Die Mädchen bestimmen einen größeren Jungen. Er nickt zuversichtlich stolz. Zwei von den kleinen dukeläugigen Buben nehmen mich bei der Hand und so zieht die Karawane davon. Der Dorfvorsteher ist inzwischen informiert. Vom Dorfrand an, schlängelt sich der Weg durch die Mandelhaine. Ihre Kronen spenden dem Weizen und dem Hafer Schatten. Die Halme sind gelb, die Ernte steht bevor. Die Kinder sind begeisterte Führer. Wir sind bestimmt nicht die Ersten. Der Eingang zum Schutzhaus ist verschlossen. Ifraim wird kommen und aufschließen, ergibt sich aus dem Gespräch mit den beiden Mädchen.
Ifrahim schließt auf. Ein freundlicher junger Mann um 35 Jahre. Er sei der Dorfvorsteher. Mit sechs Männern aus dem Dorf, die ihren Broterwerb noch nicht weit in den Norden verlegt haben, restauriet er die zerfallenen Reste. So geben sie der Wehrstatt ihrer Väter, wieder ein stattliches Aussehen. Als er den Schlüssel im Schloss umdreht, nennen uns die Kinder den Eintrittspreis. In das weiche lehmbraune Gestein schlugen kräftige Arme tiefe Höhlen. Steile Treppen und Hozleitern überbrücken Absätze.
Immer wieder lassen niedere Kriechtüren umschlossene Räume ahnen. Einige Aufstiege sind nötig, ehe wir in einem dunklen Felsendom stehen. Die Lampe des Handys lässt die Weite ahnen. Schmale Treppen, in Baumstämme gehauene Leitern führen an den Wänden zu den kleinen Zimmertüren. Alle sind verschlossen. Dicke Einsteckschlüssel seien nötig, um Zugang zu bekommen. Die Berber sicherten hier ihr Korn und anderes Hab und Gut. Nicht so leicht einnehmbar und einem fremden Eindringling, der seinen Kopf durch den kleinen Türstock brachte, drohte die Kürzung seines Körpers. Die Deckenkonstruktion der restaurierten Häuser erinnert an hessische Lehmfachwerkbauten. Hier hat Eukalyptus- und wenn vorhanden, Arganholz die Tragkonstruktion übernommen. Obenauf ist jetzt ein Gemisch aus Lehm, Stroh und Kieselsteinen gestampft. Die letzteren sind der gerundete Rest des Granitgesteins. Ein Turmfalke (?) gleitet über das Anwesen und nimmt seinen Aussichtsplatz ein.
Am Tor warten die Kinder und begleiten uns zurück. Ismael zeigt auf die uralten Arganbäume. Sie tragen gelbe Früchte, kleinen Zitronen ähnlich. Innen sitzt ein Kern wie eine Mandel. Die Ziegen fressen es gern. Die Menschen pressen Öl daraus und verschönern ihre Haut. Ismael ist aber noch nicht am Ende seiner Verdienstmöglichkeiten. Im November wachsen auf den Hochflächen violetfarbene Crocusse. Die Frauen würden in gebeugter Haltung auf den Bergwiesen die teuren Narben der Blumen sammeln. Er könne uns ganz frischen Safran verkaufen. Seine Familie hat eifrig gesammelt. Die getrockneten Fäden duften gut. Mit seiner elektrischen Waage, in die er die Batterien einlegt, wiegt er uns grammweise den edlen Aromastoff ab. Alle sind zufrieden.
Mit den Dorfkindern finden wir unseren Parkplatz. Die Bewacher waren fleißig. Alles ist an seinem Platz. Die Frauen lachen und werfen ganz gewagt einen Handkuss durch die Luft. Eine schmale dunkel gekleidete Frau hat einen toten Hahn in ihrer Hand zu hängen. Der einst so stolze Hahn, der noch am Morgen dick aufgeplustert duch seine Scharr stolzierte, zeigt uns nur noch seinen mageren Balg. Hoffentlich ist die Familie nicht zu groß.
Die Kinder bekommen einen Obolus für ihre Bewachung und Begleitung. So haben alle etwas. Die Rückfahrt auf dem engen Dorfsteig und durch den Trockenfluss
ist wieder spannend. Die Biene fährt überall durch. Auf dem Asphalt geht es weiter über eine wunderbare Bergstraße unserem Ziel entgegen.
Kudret hat für Kultur vorgesorgt. Punkte von besonderem Interesse sind auf seinem Navi gespeichert. In liebevoller Vorarbeit hat er Abstecher für Besichtigungen aus dem Internet runtergeladen. In den rotbraunen Abhang einer steilen Hügelkante sind geduckte Häusermauern und Absätze gearbeitet. Es könnte ein Agadir sein, der oberhalb eines Ortes liegt.
Neben den Straßen durch die weiten oder engeren Teile des Antialtlas trocknen die Wege der Flüsse oder Bäche dahin. Geht der Winter ins Frühjahr über, wandelt sich der Schnee zu reißendem Wasser. Wilde Strudel nehmen alles mit, was sich greifen lässt. Die Mandelbäume sollen es zuerst spüren. Ihre Blütenpracht sei unermesslich. Sobald die Wasser verklungen sind, singen nur noch die alten Linder vom jungen Wachstum.
Zum Dorf führt der ausgewaschene Lehmweg durch ein Wadi. Die Wasserpassage ist betoniert worden, ein gewisser Wohlstand. Braune Pfützen zeugen vom wilden Wasser. Die holprige Dorfgasse, an manchen Stellen mit Schotter geebnet lässt gerade einen Esel mit dicken Säcken an jeder Seite passieren. Gut, dass wir keine Esel sind. Wir parken auf dem Dorfplatz, weiter geht es nicht mit unseren Moppeds. Eine, zwei, drei sind die Dorfkinder,klein und gross da. Sie blicken neugierig und freundlich
Die älter Manner, die im Schatten der Hausmauer lehnen sprechen mit uns. Um die Ecke sitzen die Frauen. Klaus erzählt mit ihnen
über alte Zeiten. Sie lachen und winken mit den Händen. Zwei gang hübsche Mädchen um zehn Jahre probieren ihr erlerntes Französisch. Sie wollen uns den Weg zum Agadir zeigen. Wer passt auf die Vehikel auf? Die Mädchen bestimmen einen größeren Jungen. Er nickt zuversichtlich stolz. Zwei von den kleinen dukeläugigen Buben nehmen mich bei der Hand und so zieht die Karawane davon. Der Dorfvorsteher ist inzwischen informiert. Vom Dorfrand an, schlängelt sich der Weg durch die Mandelhaine. Ihre Kronen spenden dem Weizen und dem Hafer Schatten. Die Halme sind gelb, die Ernte steht bevor. Die Kinder sind begeisterte Führer. Wir sind bestimmt nicht die Ersten. Der Eingang zum Schutzhaus ist verschlossen. Ifraim wird kommen und aufschließen, ergibt sich aus dem Gespräch mit den beiden Mädchen.
Ifrahim schließt auf. Ein freundlicher junger Mann um 35 Jahre. Er sei der Dorfvorsteher. Mit sechs Männern aus dem Dorf, die ihren Broterwerb noch nicht weit in den Norden verlegt haben, restauriet er die zerfallenen Reste. So geben sie der Wehrstatt ihrer Väter, wieder ein stattliches Aussehen. Als er den Schlüssel im Schloss umdreht, nennen uns die Kinder den Eintrittspreis. In das weiche lehmbraune Gestein schlugen kräftige Arme tiefe Höhlen. Steile Treppen und Hozleitern überbrücken Absätze.
Immer wieder lassen niedere Kriechtüren umschlossene Räume ahnen. Einige Aufstiege sind nötig, ehe wir in einem dunklen Felsendom stehen. Die Lampe des Handys lässt die Weite ahnen. Schmale Treppen, in Baumstämme gehauene Leitern führen an den Wänden zu den kleinen Zimmertüren. Alle sind verschlossen. Dicke Einsteckschlüssel seien nötig, um Zugang zu bekommen. Die Berber sicherten hier ihr Korn und anderes Hab und Gut. Nicht so leicht einnehmbar und einem fremden Eindringling, der seinen Kopf durch den kleinen Türstock brachte, drohte die Kürzung seines Körpers. Die Deckenkonstruktion der restaurierten Häuser erinnert an hessische Lehmfachwerkbauten. Hier hat Eukalyptus- und wenn vorhanden, Arganholz die Tragkonstruktion übernommen. Obenauf ist jetzt ein Gemisch aus Lehm, Stroh und Kieselsteinen gestampft. Die letzteren sind der gerundete Rest des Granitgesteins. Ein Turmfalke (?) gleitet über das Anwesen und nimmt seinen Aussichtsplatz ein.
Am Tor warten die Kinder und begleiten uns zurück. Ismael zeigt auf die uralten Arganbäume. Sie tragen gelbe Früchte, kleinen Zitronen ähnlich. Innen sitzt ein Kern wie eine Mandel. Die Ziegen fressen es gern. Die Menschen pressen Öl daraus und verschönern ihre Haut. Ismael ist aber noch nicht am Ende seiner Verdienstmöglichkeiten. Im November wachsen auf den Hochflächen violetfarbene Crocusse. Die Frauen würden in gebeugter Haltung auf den Bergwiesen die teuren Narben der Blumen sammeln. Er könne uns ganz frischen Safran verkaufen. Seine Familie hat eifrig gesammelt. Die getrockneten Fäden duften gut. Mit seiner elektrischen Waage, in die er die Batterien einlegt, wiegt er uns grammweise den edlen Aromastoff ab. Alle sind zufrieden.
Mit den Dorfkindern finden wir unseren Parkplatz. Die Bewacher waren fleißig. Alles ist an seinem Platz. Die Frauen lachen und werfen ganz gewagt einen Handkuss durch die Luft. Eine schmale dunkel gekleidete Frau hat einen toten Hahn in ihrer Hand zu hängen. Der einst so stolze Hahn, der noch am Morgen dick aufgeplustert duch seine Scharr stolzierte, zeigt uns nur noch seinen mageren Balg. Hoffentlich ist die Familie nicht zu groß.
Die Kinder bekommen einen Obolus für ihre Bewachung und Begleitung. So haben alle etwas. Die Rückfahrt auf dem engen Dorfsteig und durch den Trockenfluss
ist wieder spannend. Die Biene fährt überall durch. Auf dem Asphalt geht es weiter über eine wunderbare Bergstraße unserem Ziel entgegen.






1 Kommentar:
Danke für die wunderschönen Bilder! Auch dein Bericht verdeutlicht sehr gut, welche Herausforderungen Ihr zu meistern habt. Gerne noch mehr Berichte über die konkreten Fahrstrecken - das animiert nachzufahren. Weiterhin sturzfreie Fahrt und gutes Auskommen miteinander. Wie kommt Ihr mit dem Ramadan zurecht? Schreib mal was darüber - kennst es ja schon von deiner Iranreise.
herzliche Grüße von Daniéla und Martin
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