Freitag, 24. Mai 2019

Wellenabendsonne

Zerschlagenes Wasser spritz dort wo die Wellen an den felsigen Strand prallen wie funkelnde Fontänen in die Luft. Strahlen der tiefstehenden Sonne erfüllen die Wassertropfen mit Spiegeln. Ein Sandstrand und doch keiner. Unter dem Sand verbergen sich die abgewaschen Reste des sandigen Gesteins. Dreißig Schwimmstöße breit hat sich zwischen Sand und Felsen eine Lagune ausgewaschen. Jungs spielen am Strand Fussball.

Am Abend staksen weiße Reiher im flachen Wasser umher. Mit schnellem Nicken stechen ihre Schnäbel ins ruhige Wasser. Sie sammeln ihr Abendmahl. Wir sitzen auf der Terrasse ich schauen dem Branden der Wellen zu. Der Horizont wird rosaorange wie der Roséwein den wir uns heute gönnen. Ein schönes Schauspiel bei einem ordentlichen Mahl.
In Casablanca hatten wir das totale Urlaubserlebnis. Wegen des Verkehrs wollten wir nicht in die Stadt hineinfahren. Eine bekannte Hotelkette war das Ziel. Gefahren, gefunden, als zu teuer für das Gebotene befunden. Weiter gefragt, anderes großes Hotel gefunden, nicht preiswerter. Zwei  Busladungen deutscher Touristen am Schalter, alle unser Alter. Im Speisesaal Gemecker über das Buffet. Wir sitzen mit am Tisch, Menschen aus fast allen Teilen Deutschlands fügten sich für eine Woche Besichtigungstour in Marokko zusammen. Sie sind neugierig und erfreuen sich am exotische Land.
Eine Küstenstraße, die R 301, richtet sich von Safi nach Norden aus. Wir wollten Meer. Bäuerliches Ackerland spendet Leben.
 Die Winde des Atlantiks führen  feuchte Luft an die Pflanzen. Auf kleinteilige Feldern sind dunkelgrüne Kohlköpfe gewachsen. An den Tomatenbüschen hänge  grüne Früchte, Zucchini ranken am rostroten Boden und zeige  grotgelbe Trichterblüten. Gelbes Getreide wurde auf größeren Fläche  geerntet. Gebundene Schilfmatten, Hecken und Steinmäuerchen helfen, die fruchtbare Ackerkrume zu halten. In eingefassten Becken ist aus Meerwasser Salz geworden, eine zusätzliche Einnahme. Wir habe es auf dem Tisch. Langgezogene Dünen vor dem Meer schützen die fruchtbaren Flächen zusätzlich. Die mächtigen Sandsammlungen wandern manchmal und begraben Bäume und geduckte Hütten unter sich.
Urlaubsorte wie Sand am Meer, jedoch noch alle geschlossen. Die Saison beginnt erst noch. An dieser schönen Strecke scheitert wieder einmal unser Versuch, ein Bett mit Meeresrauschen zu finden. Es  blieb Casablanca.

Auf der Autobahn  A5 und A 3 geht es aus dem Verkehrsgewirr der Stadt hinaus. Bei Mohammedia biegen wir zum Meer hin ab und nehmen die R 322 Richtung Rabat. Nach der Reisebeschreibung ein teurer Strand zwischen Casablanca und Rabat. Hinter Mauern verbirgt sich einer der edelsten Golfclubs des Landes. Bei Skhirat Plage frage ich im weiß gekalkten fünf Sterne Ressort nach dem Preis. Es ist immer wieder schön, ganz höflich Antworten, die zu teuer sind, zu erhalten. Mit der gleichen Höflichkeit gibt es eine Auskunft zum nächsten, preiswerteren Hotel. Da mache wir nun für zwei Tage Rast.
Die Sonne hatte einen schmalen Streifen Dunkelblauorange am Horizont hinterlassen. Ein ruhiger Anblick nach unserer Strandwanderung.


Marokkanische Rentner

Erste Sterne blinkten. Schwarzblau muss der Himmel werden, damit sich seine unendliche Tiefe zeigt. Unsere vier Wochen lösen sich im Gemenge der Sternenvielfalt auf. Dort oben scheint die Zeit ewig. Alles bleibt wahr, der große Wagen immer am gleichen Ort, das Kreuz des Südens weist seit Jahrtausenden den Weg, verlässlich wahr. Unsere vier Wochen halten sich noch frisch. Die Zeit sei schnell vergangen, meint Klaus, schon vier Wochen rum. Die Wahrheit unserer Erinnerungen bearbeitet sich mit der Zeit. Die zurückblickende Wahrheit spiegelt sich in den Brillen der Ereignisse. Von jeder Brille bleibt etwas hängen. Was wissen wir noch von längst vergangenen vier Wochen?
Wir sind viel im Land umhergefahren. Heiße Gebirge, Wüstenstrecken, Meeresrauschen. Gute Wege, anstrengende Wege. Zusammensein, zusammen schnarchen, zusammen suchen. So geht es noch ein paar Tage. Welche Wahrheit bekommt diese Reise mit der Zeit?




1 Kommentar:

Hubert hat gesagt…

Die Wahrheit Deiner Reise spiegelt sich im Schatz Deiner Erinnerung wider !

Abschied von Marokko

Wir sind gut bis zum Schiff gekommen. Müssen noch lange warten, bis es los geht. Ein Bootsfahrt die ist lustig... Wir sind noch bis Don...