Montag, 20. Mai 2019

Krankenlager in Marrakesch

Da liegen sie nun, hingestreckt von einem Magen-  und Darmfeind des Menschen. Bettruhe ist angesagt. Trockenes Brot, möglichst viel Wasser und ein bisschen Mitleid. Bei Kudret hält sich der Eindringling schon längere Zeit in unterschiedlicher Mannschaftsstärke, bei Klaus ist er zum ersten Mal am Werk.
Während Klaus im Bett bleibt suchen Kudret und ich die rote Touristenbuslinie. Fragen hilft, zwar nicht zur ersten Haltestelle um die Ecke, jedoch zur vierten schaffen wir es. Für 19 € bekommt man ein Zweitagesticket. An jeder Haltestelle kann aus- und eingestiegen werden. Über einen roten Kopfhörer erklärt eine junge Frau die an der Straße liegenden Sehens-würdigkeiten.
Marokko wird seit 300 Jahren vom gleichen Königshaus regiert. Hier nach  Marrakesch kommt der König nur zu Besuch. Ganz ähnlich die vielen Schönen und Reichen, die seit einigen Jahren die 30 km vom Atlasgebirge entfernte Stadt zur Sommerfrische erkoren haben. (Also, wir sind hier zusammen mit einem gewissen Yves S.L., einer N. Campbell, Madonna und jetzt auch noch J.-P. Cartier, um nur einige zu nennen.) Ist auch kein Wunder, hat doch der alte Churchill hier bereits lange Zeit im besten Hotel am Platz ("le Mamounia") schöne Bilder gemalt. Im neuen Teil der Stadt haben französische Architekten die Lehmfarben des Landes in teuere Wohnquartiere gegossen. Sehr schick und gediegen. Hier, nicht weit vom Hotel entfernt wurde die WHO gegründet. Reist man durchs Land, kommen Zweifel auf, ob deren Gründung so gut für die Landbevölkerung war.
Jetzt tut man Alles, um Touristen aus allen Ländern anzulocken. Aus alter Verbundenheit sind Franzosen in der Mehrzahl. Mit ihrer Sprache kommt man ganz gut im Land zurecht. Sehenswüdigkeiten werden zum Weltkulturerbe, Museen herausgeputzt und der Flughafen erfolgreich erweitert. Die Altstadt ist mit einer sehr langen dicken Mauern umfangen. Stein, Lehm und Kalk sind ihre Bestandteile. Außen wurden immer wieder Löcher eingearbeitet. Dort nisten die Vögel aber nicht nur das, die Vertiefungen dienen dem Spannungsausgleich bei Temperaturunterschieden. So bleibt das Bauwerk rissfrei.

Die Sukss sindgroßzügiger als in Fes, Marrakesch ist häufiger nach Zerstörungen wieder errichtet worden. An restaurieren Riads, das sind traditionelle Wohnhauser, die mit einer Mauer umgeben sind, zeigt sich die Vermarktung der Altstadt. Es sieht schön aus, ordentlich und die Besucher*innen bringen Geld mit. Touristischer Treffpunkt ist der Platz Djemaa el-Fna. Auf ihm treiben laufende Händler und
Schlangenbeschwörer ihren Unfug mit den Reisenden. Überwiegend junges und Rentnervolk lässt sich durch die Gassen treiben. So wie wir. Hier schadet der Ramadan dem Geschäft nicht, in den Lokalen wird den ganzen Tag gespeist und getrunken. Alah ist mächtig.



Shoppen orientalisch

Innenhof eines Riad

So lebte man einstmals

Moderner Teppich






4 Kommentare:

Die zu Haus wartet hat gesagt…

Beste Genesungswünsche an die Kranken. Kommt schnell wieder gesund aus Mopped!

Jochen hat gesagt…

Hallo Bikers!
Erst haben die Mopeds gehustet...jetzt hat es Euch erwischt..Aber so wie Ihr euch vorbereitet habt gehe ich davon aus das ihr was zum Gegensteuern von Montezumas Rache dabei habt. Viele Grüße aus Berlin verbunden mit den besten Wünschen zur Genesung...
Grüße.
Jochen

Hubert hat gesagt…

Euch erst einmal baldige Genesung - der Rest : schön und flüssig geschrieben und mit sehr informativen Bildern versehen. Sehr gut mit *chen

Wenn ihr kriegt : Salzstangen und Cola, gerührt ohne Kohlensäure ( für unterwegs ).

Gute Besserung und viel Kraft, Hubert

Jochen hat gesagt…

Hallo Bikers!
Erst haben die Mopeds gehustet...jetzt hat es Euch erwischt..Aber so wie Ihr euch vorbereitet habt gehe ich davon aus das ihr was zum Gegensteuern von Montezumas Rache dabei habt. Viele Grüße aus Berlin verbunden mit den besten Wünschen zur Genesung...
Grüße.
Jochen

Abschied von Marokko

Wir sind gut bis zum Schiff gekommen. Müssen noch lange warten, bis es los geht. Ein Bootsfahrt die ist lustig... Wir sind noch bis Don...